Sonntag, 20.05.2012

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Interdisziplinäre Therapie-Systeme bei Morbus Alzheimer

In Anbetracht der steigenden Lebenserwartung wird sich die Zahl der Alzheimerpatienten in Deutschland bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf zwei Millionen verdoppeln. Neue umfassende Therapie- und Versorgungskonzepte, die die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen und die Kosten für das Gesundheitssystem senken, sind dringend erforderlich.

Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin
IDA
, ein in Deutschland bisher einzigartiges Modellprojekt, hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgungsqualität von Demenzpatienten zu verbessern und die psychische und physische Belastung der Angehörigen zu verringern.

In einer vergleichenden, dreiarmigen cluster-randomisierten Längsschnittstudie wurde untersucht, ob sich durch eine spezielle Schulung von Hausärzten und durch Vermittlung verschiedener Unterstützungsangebote die Zeit, die Demenzkranke in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung verbringen können, verlängern lässt. Das Design der IDA- Studie erlaubt eine wissenschaftliche Evaluation der verschiedenen Versorgungsangebote. Die Studienlaufzeit betrug zwei Jahre, erste Erkenntnisse liegen vor.

Das IDA-Projekt ist eine Gemeinschaftsinitiative des AOK Bundesverbandes, der AOK Bayern und der zwei Pharmaunternehmen Eisai und Pfizer. Beispielhaft für die Kooperation zwischen privaten Unternehmen und öffentlichrechtlichen Körperschaften zeigt es, wie interdisziplinäre Therapie- und Versorgungssysteme gemeinsam entwickelt, evaluiert und implementiert werden können. Durch ein Public-Private-Partnership (PPP) wurden neue, für die Zukunft viel versprechende Wege der Zusammenarbeit beschritten, die auch die Integration weiterer System-Partner erlauben.

Betreutes Wohnen im eHome

Elektronische Systeme könnten die Angehörigen entlasten und Alzheimerpatienten auf Schritt und Tritt behüten – z.B. um Stürze oder medizinische Notfallsituationen zu erkennen und Hilfe herbeizurufen. Ein eHome genanntes Projekt ermöglicht es Senioren, länger in ihrer vertrauten Umgebung zu wohnen.

Um Überwachungsängste nicht aufkommen zu lassen, werden keine Mikrophone oder Kameras installiert. Sensoren registrieren Bewegung, Temperatur und Erschütterung. Das normale Verhalten des zu betreuenden Patienten wird zu Beginn ermittelt, später werden die erfassten Daten mit dem üblichen Tagesablauf verglichen.
Die Auswertung der Daten ist jedoch nicht immer einfach: werden z.B. ungewöhnliche Erschütterungen erfasst, muss eHome unterscheiden können, ob die Ursache inner- oder außerhalb der Wohnung des betreuten Seniors liegt.

eHome ist kein fernes Sciencefiction-Projekt. Die Stadt Schwechat bei Wien unterstützt eHome aktiv,
wirbt im Stadtfernsehen dafür und will das System schon im kommenden Jahr erproben.


Die Alzheimer-Forschung ist in Bewegung geraten. Welche neuen Ansätze gibt es?

Infektiöse Eiweiß-Moleküle?

Schon kleinste Mengen bestimmter fehlgebildeter Eiweiße (sog. Beta-Amyloide) reichen aus, um bei Mäusen die Bildung von Gehirn-Plaques auszulösen. Wie eine Tübinger Studie jetzt zeigte, müssen die Amyloide dazu aber direkten Kontakt mit dem Gehirn haben. Die orale, intravenöse oder intranasale Gabe der veränderten Beta-Amyloide löst keine Infektionen aus. Ob infektiös erworbene Fehlfaltungen der Beta-Amyloide des menschlichen Gehirns zum Morbus Alzheimer führen können, bleibt deshalb weiter ungeklärt.

Liquorwerte korrelieren mit Alzheimer-Risiko

Die Entwicklung eines Morbus Alzheimer lässt sich durch eine Liquoruntersuchung voraussagen. In einer Studie der Universität Göteborg,
die 750 Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen einschloss, hatten 83% der Teilnehmer, die später eine Alzheimer-Demenz entwickelten, eine erhöhtes phosporyliertes tau-Protein und/oder erniedrigte Beta-Amyloid-Werte im Liquor. Die frühzeitige Diagnose hat zwar, so die Autoren, keine direkte klinische Konsequenz, ermöglicht es aber, Patienten, die für die Behandlung mit neuen, präventiven Medikamenten infrage kommen, auszuwählen.

Neue Behandlungsmöglichkeiten bei Morbus Alzheimer

Der Bedarf für effektive Behandlungen wird immer größer, doch der therapeutische Durchbruch lässt auf sich warten. Die Aussicht auf den Mega-Blockbuster des 21. Jahrhunderts inspiriert die Forschung der Biotech-Branche zu erheblichen Anstrengungen. Welche Firma wird am Ende erfolgreich sein? ...mehr


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