Sonntag, 20.05.2012

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Health Style

Der eigene Körper wird zum Sinnstifter

Gesundheit, Schönheit und anhaltende Jugend werden zentrale Werte der alternden Leistungsgesellschaft. Der eigene Körper wird zum Kapital: Erfolg im Privat- und Arbeitsleben knüpft sich an Gesundheit. Prävention und Selbstdesign erhöhen die persönlichen Chancen.

Der Gesundheitsmarkt hat sich vom Krankheitsmarkt getrennt

Lifestyle, Schönheit und Gesundheit verschmelzen zu einem wachsenden Well-Being-Markt. Wer kann, investiert in Gesundheit, Schönheit, Fitness und Jugendlichkeit.

Aus der Wohlstandsgesellschaft wird die Wohlfühlgesellschaft

Körperliche Fitness und gutes Aussehen gelten als der sichtbare Beweis, alles im Griff zu haben. Norbert Bolz: „Der eigene Körper wird zum Schauplatz des Lebenssinns!“



Silver Sex

Zweite Pubertät statt Midlife-Crisis

Sexualität zum Maßstab. Die Oberflächenspannung der Haut zum Statussymbol erklärt.

Trotz Anti-Aging wird man auch in Zukunft älter

Die alterslose Gesellschaft bleibt eine Sehnsucht der Konsumenten und ein Marketing-Märchen. Spätestens wenn man anfängt, zu den neuen Alten zu gehören, begreift man das. Es geht um individuelle und aktive Gestaltung eines längeren Lebens und der Chancen, länger zu lieben – und sei es, nur sich selbst.



Kidults

50% der 21- bis 25-Jährigen in Deutschland leben noch bei ihren Eltern

Frauen heiraten durchschnittlich mit 33. Beziehungen fallen flexiblen Arbeitsbedingungen zum Opfer. Kinder werden später gezeugt. Was früher abwertend als kindisch bezeichnet wurde, ist heute ein Gesellschaftsphänomen von beträchtlichem Ausmaß.

Die selbstbewusste Art, unreif zu bleiben

Erwachsensein nach bisherigen Vorstellungen besitzt keine Attraktivität mehr. Stattdessen kultivieren Erwachsene das Kind in sich oder verfallen in Teenager-Marotten. Es gilt, das Glück der Kindertage nachzuholen und zu beweisen, dass man spontan, aufgeschlossen und unkonventionell ist.



Female Shift

Frauen werden das starke Geschlecht

Frauen treffen 80% der Kaufentscheidungen und werden künftig auch in der Berufswelt wesentlich stärker auf Mitspracherecht drängen. Der Fachkräftemangel, leere Staatskassen und das neue Scheidungsrecht werden wesentlich mehr Frauen in die Berufstätigkeit treiben.

In der Netzwerkökonomie sind weibliche Qualitäten gefragt

Frauen sind selbstbewusster und unabhängiger als je zuvor, was auch veränderte Ansprüche an Partnerschaften mit sich bringt. Beide Geschlechter bestimmen ihre Positionen neu. Frauen und Männern eröffnen sich neue Perspektiven und eine individuellere Lebensführung.



Lebensunternehmer

Persönliche Performance wird Qualifikationskriterium für Beruf und sozialen Status

30% der Angestellten erhalten heute bereits ein variables, leistungsbezogenes Gehalt. Befristete Verträge, Projektarbeit, Zeitarbeit und Freiberuflichkeit werden zum Regelfall. Arbeits- und Freizeitleben müssen bewusst gegeneinander abgewogen und flexibel gestaltet werden. Eigenzeitkonzepte ersetzen statische 9 to 5 Arbeitsstrukturen.

Der Flexibilisierungsdruck wird zur Belastung

Schwindende Sicherheiten in Beruf und Partnerschaft werfen den Einzelnen auf sich selbst zurück. Die neue Freiheit erzeugt ein hohes Maß an Verunsicherung und wird zur Belastung. Diese Entwicklung wird durch einen Boom an Ratgeberliteratur, Coaching und Persönlichkeitsberatern begleitet.



Statusangst

Wenige werden aufsteigen, viele werden absteigen

Die Ungleichheit in der Gesellschaft nimmt zu. Immer stärkerem finanziellem Druck ausgesetzt, orientiert sich die Mittelschicht nach oben und versucht, Status und Stellung zu halten. Die Anbindung an die Elite wird zur finanziellen Herausforderung und zum Lifestyle-Programm.

Selbstoptimierung wird oberstes Ziel.

In allen Bereichen des Konsums werden Marken immer stärker auf Qualität und Ausweisfunktion überprüft.



Netzwerkökonomie

Das Internet bestimmt die Wertschöpfung

Mit der Etablierung des Internet und der Integration jedes Einzelnen im Web 2.0 verändern sich die Strukturen von Gesellschaft und Wirtschaft. Kooperationsfähigkeit, Kommunikation einzelner Netzwerkknoten und Open-Source-Konzepte bilden den Wirkungsrahmen für Innovation und Kreativität.

Top-down-Hierarchien werden durch partizipative Netzwerke ersetzt

Netze sind flexibler, sie entsprechen der Sprunghaftigkeit der neuen Ökonomie. Interdisziplinäre Partnerschaften bereichern die Palette der Wertschöpfung und vergrößern das Problemlösungspotential.



Identitätsmanagement

Wer bin ich? war gestern – heute ist Wer will ich sein?

In Zeiten des Web 2.0 wird Identität zur Management-Aufgabe. Früher formten uns Arbeit, Familie und Religion – Identität war statisch. Heute fehlt uns Tradition – Identität wird dynamisch.

Je nach Publikum spielen wir unterschiedliche Rollen

Als soziale Wesen wollen wir gemocht, respektiert und geschätzt werden. Nur Anerkennung zählt – der Applaus sichert unseren Status. Erfolgreiche Rollen optimieren wir und akzeptieren sie als Teil von uns.

In der vernetzten Gesellschaft ist Identität ein sozialer Prozess

Je mehr wir uns vernetzen, desto mehr wird gegenseitige Anerkennung und das Eingehen auf die individuelle Identität jeder Person zum Maßstab für den sozialen Austausch.



Personal Media

Verfügbarkeit: Alles! Jeder! Immer! Überall!

Mobile Internetlösungen entwickeln das Kontaktmedium Mobile Phone zum digitalen Lifestyle-Tool: Individueller Zugriff auf personalisierte Content- Angebote, einfache Bedienbarkeit, mobiles Payment, Zugang zu sozialen Netzwerken und eine 24/7-Verfügbarkeit beantworten den Bedarf an Flexibilität, Mobilität, Information, Konsum und Connectivity.

Maßgeschneiderte Inhalte beflügeln individuelle Services und die neue Netzwerkökonomie.



Hyperreality

Medien dienen der Alltagsbewältigung und werden zur Ersatzheimat

Nicht nur Information, Navigation und Transaktion, auch das soziale Kontakte erreichen durch Fernanwesenheit eine neue Qualität. Die Medien werden zum Medium: physische und virtuelle Realität werden im täglichen Leben nicht mehr getrennt.

Wahr und fiktiv, möglich und unmöglich verschmelzen miteinander

Parallelidentitäten werden ausgelebt und reichen vom enthusiastischen Fan bis zu Cosplay oder Otaku-Heldenrollen. Die Erfahrungen aus der virtuellen Welt driften als Erwartungshaltung in die Realwelt über. Der persönliche Datenraum definiert und erweitert die Persönlichkeit je nach Kontext und Bedürfnis.



Schwarmintelligenz

Die verantwortungsvolle „smarte Masse“ organisiert sich von selbst

Durch die digitale Verknüpfung im Web erfährt jedes Individuum: ich bin nicht allein. Es entsteht eine digitale Basisdemokratie, die in Echtzeit Befinden und Meinung der Bevölkerung ausdrückt. Entscheidungen werden im Netzwerk gemeinsam erarbeitet.

Gutes Verhalten wird belohnt, schlechtes wird sanktioniert

Wer Inhalte anbietet, steigt im Rang. Wer nichts beisteuert, ist uninteressant.

Statt Verordnungen gelten Spielregeln

Pflichterfüllung nach von außen vorgegebenen Regeln wird durch Selbstdisziplin und Commitment ersetzt. Shared-Space-Projekte, bei denen Straßenschilder, Ampeln, Fuß- und Fahrradwege aus Dörfern entfernt werden, geben durch rückläufige Unfallzahlen dem Konzept der Schwarmintelligenz recht.



Green Karma

Der Klimawandel bleibt wichtiger als die Finanzkrise

Investitionen in die Ressourcenschonung versprechen nachhaltigeres Wirtschaften als Geldspritzen für strukturell angeschlagene Konzerne.

Unternehmen setzen auf Change und gewinnen an Glaubwürdigkeit

Die Sehnsucht nach Authentizität, echten Werten und ökologisch korrekt produzierten Produkten wächst. Konsumenten erwarten von Markenprodukten Umweltverträglichkeit, Transparenz und fairen Handel.

Yes, we can!

Wir lernen am Klimawandel, wie globale Probleme das Engagement vieler Einzelner herausfordern. Wenn es sich mit den eigenen Werten deckt und es sich langfristig auszahlt, zu investieren, werden Bürger mobil. Das Bewusstsein, dass ein jeder etwas tun kann, um die Umweltsituation zu verbessern wächst.



Prokrastination

Das Aufschieben von Entscheidungen als Notwehr

Von der Generation Praktikum bis zum Kurzzeitmanager leidet die multioptionale Gesellschaft unter Entscheidungsdruck: immer bereit, auf Unvorhergesehenes zu reagieren, hoffend, dass nötige Informationen noch eintreffen, die die Lage wieder anders beleuchten – oder dass, sich das Problem durch neue Umstände von selbst aus der Welt schafft.

Die Verschiebetaktik hilft, Optionen für die Zukunft aufrechtzuerhalten In Zeiten wirtschaftlicher Ungewissheit kann die Maßnahme richtig, aber der Zeitpunkt falsch sein. Oder es fehlt angesichts der nicht endenden Informationsflut der Punkt, ein Fazit zu ziehen. Die Komplexität der Entscheidungsfindung steigt.

Nicht-Konsum JETZT könnte Konsum in ZUKUNFT ermöglichen

Beim Konsumentenverhalten äußert sich Prokrastination durch Aufschub von Kaufentscheidungen: Passivität und Abwarten ersetzen aktives Handeln. In der Gesamtheit verstärkt die Aufschiebetaktik die allgemeine Ungewissheit.

Quelle:
Trendbüro – Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel

Mehr über Trends: 14. Deutschen Trendtag: Sozialer Reichtum

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